Reisebericht Städtereise Norwegen
Städtetrip Norwegen von Oslo über Bergen und Stavanger nach Ålesund (Teil 2)
Jork Gallery Shop
Fotoserie
Die besten Fotolocations in Norwegen in der Region Vestland mit Fototipps, GPS-Daten, Infos zu Sonnenstand und Lichtverhältnissen
Die Hansestadt Bergen westlich des Hardangerfjords
Ein Städtetrip durch Norwegen, der in der Hauptstadt Oslo begonnen hat, lässt sich aufgrund der ausgezeichneten Bahnverbindung mit der Bergenbahn bequem an der Nordseeküste in der ehemaligen Hansestadt Bergen fortsetzen.
Bergen, Norwegens zweitgrößte Stadt, liegt an der Westküste und ist von sieben Bergketten umgeben. Die Bergenbahn, die Bergen mit der Hauptstadt Oslo verbindet, gilt als eine der spektakulärsten Zugstrecken der Welt. Der internationale Flughafen Bergen Flesland, ein bedeutendes Drehkreuz für nationale und internationale Flüge, liegt etwa 18 Kilometer südlich vom Stadtzentrum entfernt. Die Stadt fasziniert durch eine reiche Geschichte und Kultur und dient als Heimathafen der Hurtigruten. Herzstück der Innenstadt von Bergen ist der Hafen Vågen.
Im nördlichen Teil des Hafens liegt die Festung Bergenhus, eine der am besten erhaltenen mittelalterlichen Festungen Norwegens. Innerhalb der Festung befindet sich der Rosenkranzturm, ein mittelalterlicher Königsturm, der im 13. Jahrhundert unter König Magnus Lagabøte erbaut und im 16. Jahrhundert von Erik Rosenkrantz erweitert wurde. Heute wird die Festung für kulturelle Veranstaltungen genutzt und bietet einen eindrucksvollen Blick auf den Hafen und die Stadt.
Südöstlich der Festung liegt Bryggen, ein historisches Hafenviertel und UNESCO-Weltkulturerbe seit 1979. Nach einem verheerenden Brand im Jahr 1702, der nahezu alle Gebäude zerstörte, wurde das Viertel im mittelalterlichen Hanse-Stil wiederaufgebaut. Die markanten, farbenfrohen Holzhäuser mit ihren engen, verwinkelten Gassen dienten ursprünglich als Speicher- und Handelshäuser der Hansekaufleute. Heute sind sie Heimat von Museen, Kunsthandwerksbetrieben, Souvenirläden und Restaurants.
Bryggen war im Mittelalter ein zentraler Handelsplatz der Hanse und spielte eine bedeutende Rolle im Austausch von Waren zwischen Skandinavien und Europa. Besonders im 14. Jahrhundert wurde das Viertel von Hansekaufleuten dominiert und erhielt den Namen "Deutsche Brücke", da zahlreiche deutsche Kaufleute und Handelsgesellschaften hier ansässig waren. Der Name blieb bis ins 20. Jahrhundert in Gebrauch, bevor das Viertel offiziell wieder Bryggen genannt wurde.
Südöstlich von Bryggen liegt der Fischmarkt am Torget, einer der ältesten Märkte Norwegens. Seit dem 13. Jahrhundert werden hier frische Meeresfrüchte, Obst und lokale Spezialitäten angeboten. In der Nähe befinden sich historische Handelshäuser, darunter das Hanseatische Museum, das Einblicke in das Leben der Hansekaufleute bietet. Das Viertel verbindet Geschichte mit modernem Leben und lädt Besucher ein, kulinarische Vielfalt in Restaurants zu genießen, während sie die reiche Handelsgeschichte Bergens erkunden.
Die Kong Oscars gate ist eine der ältesten und geschichtsträchtigsten Straßen in Bergen und erstreckt sich vom historischen Stadttor Stadsporten bis zum Hafen Vågen. Im Jahr 1857 erhielt die Straße ihren Namen zu Ehren von König Oskar I. von Schweden und Norwegen, der sich um Reformen und die Modernisierung der Monarchie verdient machte. Die Straße ist vor allem für ihre traditionellen Holzhäuser bekannt, deren farbenfrohe Fassaden das Stadtbild prägen.
Ein Rundgang entlang der Südseite des Hafens von Bergen, beginnend am Strandkaien, bietet Einblicke in die maritime Atmosphäre der Stadt. Der Kai ist von traditionellen Gebäuden gesäumt, die eine Mischung aus moderner Nutzung und historischer Architektur zeigen. Von Strandkaien führt der Weg in den historischen Stadtteil Strangehagen, der durch enge, gepflasterte Gassen und gut erhaltene Holzhäuser aus dem 18. Jahrhundert geprägt ist. Das Viertel war einst das Zuhause von Handwerkern und Seeleuten.
Der Ulriken ist mit 643 Metern die höchste der sieben Bergketten, die Bergen umgeben. Vom Gipfel aus hat man einen beeindruckenden Blick auf die Stadt, die Fjorde und die Küstenlandschaft. Die Ulriksbanen, eine Seilbahn, bringt Besucher in wenigen Minuten von der Talstation auf 44 Meter Höhe zur Bergstation auf 607 Meter. Auf dem Gipfel befindet sich das Restaurant Skyskraperen, und zahlreiche Wanderwege, wie der Vidden-Plateau-Weg.
Der Fløyen ist ein 320 Meter hoher Aussichtsberg in Bergen und bietet ebenfalls einen spektakulären Blick auf die Stadt und die umliegenden Fjorde. Die Fløibanen Standseilbahn fährt in nur 6 Minuten vom Fischmarkt zum Gipfel, mit Abfahrten alle 30 Minuten. Oben führt eine große Freitreppe zu verschiedenen Aussichtspunkten. Der Gipfel beherbergt außerdem einen Souvenirladen, ein Café und ein Restaurant.
Stavanger und Umgebung
Stavanger, im Westen von Rogaland und etwa 200 km südlich von Bergen gelegen, ist mit einem Fährhafen, einem internationalen Flughafen und direktem Zugang zur Nordsee das kulturelle sowie wirtschaftliche Zentrum der Provinz Rogaland. Von Bergen aus kann die Stadt mit dem Mietwagen oder mit der Fährgesellschaft Fjordline in etwa 5 Stunden erreicht werden.
Einst ein bedeutendes Zentrum für den Heringshandel hat sich Stavanger heute zu einer modernen, lebendigen Stadt entwickelt, die reich an Geschichte und Kultur ist. Die Stadt ist bekannt für ihre malerischen Altstadtviertel, erstklassigen Museen und ihre Rolle als Ausgangspunkt für Abenteuer in die umliegende Natur.
Gamle Stavanger ist ein einzigartiges historisches Viertel und das größte Holzhausviertel Nordeuropas. Mit über 170 gut erhaltenen Holzhäusern aus dem 18. und 19. Jahrhundert ist dieser Stadtteil ein lebendiges Zeugnis der Vergangenheit.
Die verwinkelten Gassen der Nedre Strandgate laden zu einem gemütlichen Spaziergang ein durch die malerischen weiß gestrichenen Häuserfronten ein. Die Häuser, die einst von Fischern und Handwerkern bewohnt wurden, sind heute liebevoll restauriert und beherbergen Kunstgalerien, kleine Geschäfte und Cafés.
Der Strandkaien, die lebhafte Uferpromenade von Stavanger, bietet einen wunderbaren Blick auf den Hafen. Nur wenige Schritte entfernt erhebt sich der Valberg Turm, ein alter Wachturm aus dem 19. Jahrhundert.
Der Turm diente einst als Aussichtspunkt für die städtische Feuerwehr, um Brände in der Stadt frühzeitig zu erkennen.
Heute kann man von hier aus eine beeindruckende Aussicht auf die Stadt und den Fjord genießen, besonders bei Sonnenuntergang, wenn sich die Lichter der Stadt im Wasser reflektieren.
Sehenswert sind am Strandkaien vor allem auch die traditionellen Speicherhäuser, die hier seit Jahrhunderten stehen. Diese Häuser, die früher als Lager für Fisch, Getreide und andere Waren dienten, sind heute ein beliebtes Fotomotiv. Insbesondere am späten Nachmittag erstrahlen die farbenfrohen Giebel der Speicherhäuser im Licht der tief stehenden Nachmittagssonne.
Die Ovre Holmgate, auch bekannt als "die bunte Straße", ist ein wahrer Farbtupfer im Stadtbild von Stavanger. Die Fassaden der Häuser sind in lebhaften Farben bemalt, die von Pastelltönen bis hin zu kräftigen Nuancen reichen. Diese Straße sowie die benachbarte Kirkegata sind ein beliebter Treffpunkt für Einheimische und Besucher, die hier die zahlreichen Cafés und Boutiquen besuchen.
Besonders lebendig wirkt die Straße zur Mittagszeit, wenn das Licht die Farben zum Leuchten bringt und die Atmosphäre fast mediterran anmutet. Für Fotografen ist die Ovre Holmgate ein absolutes Muss. Die beste Zeit für Aufnahmen ist der Vormittag, wenn die Farben im vollen Glanz erstrahlen.
Lohnend ist von hier aus auch ein kleiner Abstecher von der Kirkegata über die Breigata zum Ryfylkekaien. Hier liegt am Hafenkai ein historisches Dampfschiff, im Hintergrund mit der beeindruckenden Hängebrücke Stavanger bybrua, die auf die benachbarte Insel Grasholmen führt.
Stavanger ist durch ein modernes Tunnelsystem mit den umliegenden Inseln verbunden. Diese Tunnel, die teilweise tief unter dem Meer verlaufen, sind ein Meisterwerk der Ingenieurskunst. Sie ermöglichen nicht nur eine schnelle Verbindung zu den idyllischen Inseln, sondern bieten auch einen faszinierenden Einblick in die technische Raffinesse Norwegens. Das Tunnelsystem hat die Region Stavanger erheblich entlastet. Vor der Eröffnung dieser Tunnel war die Fährverbindung eine der wenigen Möglichkeiten, die Region Ryfylke mit dem Festland zu verbinden.
Die Nutzung dieser Tunnel ist mautpflichtig, aber die Gebühren sind es wert, denn sie verschaffen einem Zugang zu einigen der schönsten Orte der Region. So sind die Insel Randaberg mit ihrer imposanten Klosteranlage sowie die Insel Fjoloy, nur etwa 40 Minuten von Stavanger entfernt, kleine und versteckte Orte für alle, die die Abgeschiedenheit und Ruhe der norwegischen Küste suchen.
Auf der Insel Fjoloy thront der Fjoloy Leuchtturm, der seit 1849 den Seefahrern den Weg weist und die Schiffe sicher durch die oft stürmischen Gewässer vor Stavanger navigiert.
Der Fjoloy Leuchtturm, mit seiner klassischen Architektur und der dramatischen Lage auf einer Klippe, ist ein malerisches Fotomotiv. Ein Besuch lohnt sich besonders bei Sonnenaufgang, wenn das Licht die Wellen in ein warmes Glühen taucht und der Leuchtturm wie ein Wächter über das Meer wacht.
Ålesund mit seiner einzigartigen Jugendstil-Architektur
An der Atlantikküste nördlich der Sunnmøre-Alpen liegt über mehrere Inseln verteilt die Stadt Ålesund mit ihrer weltberühmten Jungenstil-Architektur.
Ålesund, eine der schönsten Städte Norwegens, ist für seine einzigartige Jugendstil-Architektur bekannt. Die Geschichte von Ålesund ist besonders durch den verheerenden Stadtbrand von 1904 geprägt. Innerhalb von 16 Stunden wurde fast die gesamte Innenstadt durch das Feuer zerstört. Dies führte zu einem einzigartigen Wiederaufbau, der von deutschen Architekten wie Wilhelm von Hanno geleitet wurde, die den Stil des Jugendstils etablierten. Heute zählt Ålesund zu den weltweit bedeutendsten Städten im Jugendstil, und das Feuer von 1904 bleibt ein zentrales Ereignis in der Geschichte der Stadt.
Für Fotografen ist die Innenstadt ein perfekter Ort, um die dekorativen Fassaden und die Details der Jugendstil-Architektur bei einem gemütlichen Spaziergang im Hafenbereich einzufangen. Die Kombination aus farbenfrohen Gebäuden, Türmen und Erkern sowie der klaren Luft und dem weichen Licht macht Ålesund zu einem Paradies für Architekturfotografie.
Ein Muss für jeden Besucher von Ålesund ist jedoch der Stadtberg Aksla, der einen fantastischen Panoramablick über die Stadt, die umgebenden Inseln und das Meer bietet.
Besucher gelangen auf den Aussichtsberg Aksla, dem Hausberg von Ålesund entweder zu Fuß über 418 Stufen vom Stadtpark aus oder mit dem Auto auf einer gut ausgebauten Straße am Aksla-Stadion vorbei. Oben befinden sich ein Parkplatz mit begrenzten Parkmöglichkeiten und ein Restaurant, das am späteren Vormittag öffnet.
Unser Fototipp
Wegen der Lichtverhältnisse ist für Fotos vom Stadtberg Aksla unbedingt der Vormittag zu empfehlen, da ab dem frühen Nachmittag bereits Gegenlicht herrscht. Für detailreiche Aufnahmen der im Jugendstil erbauten Häuserfront am Hafen ist ein Teleobjektiv besonders hilfreich. Auch für Panoramaaufnahmen von Ålesund mit seinen umliegenden Bergen und dem Atlantik ist der Aussichtsberg Aksla ein idealer Standort.
Da sich das Stadtgebiet von Ålesund über mehrere Inseln verteilt, bieten sich zahlreiche interessante Fotospots auch von den Nachbarinseln. So ermöglicht ein Aussichtspunkt auf der südlich gelegenen Halbinsel Hessa einen spektakulären Ausblick auf das Stadtzentrum von Ålesund.
Ein weiterer atemberaubender Panoramablick findet sich ebenfalls auf der Halbinsel Hessa auf dem Berg Sukkertoppen (314 m). Aufgrund der Beschaffenheit des 1,5 km langen Wanderweges sollte diese Wanderung jedoch nur bei trockenem Wetter durchgeführt werden.
Für das oft wechselhafte Wetter finden die Besucher in Ålesund zahlreiche interessante Ausflugsziele. So bietet das Fischereimuseum spannende Einblicke in die Geschichte und Bedeutung der Fischerei für die Region. Im Ålesund Aquarium (Atlanterhavsparken), das größte Salzwasseraquarium in Norwegen, können Besucher die Unterwasserwelt des Nordatlantiks erkunden.